Der laute Knall einer berstenden Fensterscheibe weckt um 4:25 Uhr einen 39-Jährigen. Der Mann lebt mit seiner Frau (34) und den beiden Kindern (5/11) in dem Einfamilienhaus, das unmittelbar an den Rewe Markt in der Nelkenstraße angebaut ist.
Nach einem kurzen Blick aus dem Fenster - heller Feuerschein ist am Rewe zu erkennen - verständigt der 39-Jährige die Feuerwehr.
Nur sieben Minuten nach der Alarmierung treffen die Kräfte des Löschzuges 27 (Lichtendorf) der Freiwilligen Feuerwehr am Einsatzort ein. Die Anlieferung des Marktes steht bereits im Vollbrand, das Feuer hat auf das Dach des Marktes übergegriffen und das angebaute Einfamilienhaus ist akut gefährdet. Am Haus sind Kunststoffrolladen bereits geschmolzen, eine Scheibe ist durch die Wärmestrahlung geplatzt. Gemeinsam mit den jetzt im Minutentakt eintreffenden Einheiten der Berufsfeuerwehr und weiterer Löschzüge der Freiwilligen Feuerwehr wird zwischen Markt und Einfamilienhaus eine Riegelstellung aufgebaut, um ein Übergreifen zu verhindern. Zeitgleich wird auch am Rewe Markt die Brandbekämpfung eingeleitet. Mit massivem Wassereinsatz und Hochleistungslüftern versuchen die Einsatzkräfte noch den drohenden Vollbrand des Marktes zu verhindern. Doch schon wenige Minuten später entzünden sich die Rauchgase, die sich in der Dachkonstruktion gesammelt haben.
Ein riesiger Feuerball führt mit der einhergehenden Druckwelle dann innerhalb von Sekunden zum Brand des gesamten Gebäudes.
Die Dachkonstruktion ist so stark geschädigt, dass ein Innenangriff nicht mehr möglich ist. Mit zahlreichen Strahlrohren sowie über Werfer von drei Drehleitern und dem Teleskopmast wird der Brand bekämpft. Etwa 100 Einsatzkräfte von vier Wachen der Berufsfeuerwehr und fünf Löschzügen der Freiwilligen Feuerwehr sind vor Ort. Nach etwa einer Stunde ist der Brand unter Kontrolle und das Ablöschen von Glutnestern beginnt. Das Feuer ist von der Anlieferung ausgegangen. Hier standen hinter einem Gittertor Paletten und Verpackungsmaterial. Einige der 34 Mitarbeiter/-innen des Marktes sind zu ihrem Arbeitsplatz geeilt und verfolgen gemeinsam mit dem Marktmanager (50) die Löscharbeiten.
Der Marktmanager kann sich nicht erklären, was in der Anlieferung für eine Entzündung gesorgt haben könnte. "Elektrische Geräte gab es dort nicht," so der Marktmanager. Durch den Brand wurde der gesamte Lebensmittelmarkt, sowie ein integrierter Backshop und ein Schreibwarengeschäft zerstört. Nach ersten Schätzungen von Polizei und Feuerwehr entstand ein Sachschaden von etwa 2,5 Millionen Euro. Personen kamen nicht zu Schaden.
Nach zwei Stunden kann auch die Familie aus dem angebauten Einfamilienhaus in ihr Haus zurückkehren. Sie waren zwischenzeitig bei Nachbarn untergekommen und sind nun erleichtert, dass die Feuerwehr das Übergreifen des Brandes noch verhindern konnte.
FW Dortmund



